Je erfolgreicher ein Betriebssystem wird, desto häufiger und gefährlicher werden die Attacken durch Viren, Trojaner und Malware. Dies prophezeien IT-Experten schon seit Jahren. Doch aus den Warnungen wird nun ernst.
Der Siegeszug von Macbook und iPad erregt auch die Aufmerksamkeit der Entwickler von Schadsoftware.
Für Mac-User ist dies ein Schock, denn in Zukunft wird das Mac-System auch nicht mehr ohne Virenschutz-Programme auskommen.
Zwar waren Apples Betriebssysteme noch nie immun gegen Schadprogramme, jedoch muss man weit in die Vergangenheit schauen, um dies zu beweisen. So wurde der erste Computervirus vor etwa 29 Jahren von einem 15-jährigen entwickelt. Und das für einen Apple Rechner.
Noch sind die Schadprogramme beim Mac OS X selten. Auf eine Hand voll Mac-Viren kommen ein paar tausend Windows-Viren. Das ist noch immer ein Traumergebnis und das auch, weil die meisten der Mac-Viren nicht einmal gefährlich sind.
Doch mittlerweile haben IT-Experten Hinweise darauf gefunden, dass Cyberkriminelle sich speziell für Apples Betriebssystem interessieren. Sicherheitsexperten berichteten von dem Backdoor-Trojaner “BlackHole RAT”. Die Bezeichnung “RAT” steht dabei für “Remote Access Trojan” und bietet den Angreifern einen Fernzugriff auf das infizierte System. Es ist eine Variante des bekannten Trojaner “darkComet”, der Windowsanwendern bekannt ist.
“BlackHole RAT” ist fähig den Rechner neustarten zu lassen, herunterzufahren und in den Sleep Mode zu versetzten. Auch Shell-Kommandos können von dem Schädling ausgeführt werden, URLs werden an das Opfer geschickt und im Browser geöffnet, sowie eine falsche Abfrage des Administrator-Passwords, welches später an den Angreifer geschickt wird.
Noch sind die Trojaner für Mac-Systeme auf menschliche Hilfe angewiesen um auf ein System zu gelangen, sprich, ein Download muss akzeptiert werden. Also sollten auch Mac-User beim herunterladen unbekannter Dateien vorsichtig sein und ihr System immer auf dem aktuellen Stand halten.
Auch Phishing ist ein weitaus größeres Problem als Viren und Trojaner. Denn auch wer Safari nutzt kann durch Phishing Webseiten oder unbedachtes ausfüllen von Online-Formularen zum Opfer werden. Safari ist nicht ausreichend gegen Phishing gesichert, wie zum Beispiel seine Konkurrenten Opera und Mozilla Firefox.
Nutzer von iPad und iPhone brauchen sich derzeit wenig sorgen machen, denn Viren gibt es keine. Und auch die Apps sind sicher, solange man Verantwortung bei der Auswahl zeigt. Apple ist gründlich beim prüfen der Apps, sodass schädliche Software auf keinen Fall seinen Weg in den App Store findet.
Die größte Gefahr besteht immer noch im Umgang mit den Daten, die manchmal an Drittanbieter weitergegeben werden. Diese lässt sich jedoch kontrolieren, indem man sich die Geschäftbedingungen der Hersteller anschaut.
Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, findet kurioserweise mehr Antiviren Programme als Mac-Viren, die immer aktuell und schnell auf die wenigen Bedrohungen für Mac-Systeme reagieren.
Sophos ist eine dieser Antiviren Programme. Mittlerweile bietet das Unternehmen eine “Mac Home Edition”, die kostenlos zu Verfügung steht. Sophos wirbt mit einer zuverlässig und schnellen Lösung der Probleme, ohne die Macs zu verlangsamen oder mit Pop-Ups und Benachrichtigungen zu stören.
Virex ist Mc Afees Antiviren-Lösung für den Mac. Es ist eher für Firmen entwickelt und bietet einige Funktionen für eine Administration per Netz. Auf Wunsch überwacht das Programm Virex auch Dateianhänge und E-Mails, die mit Apples Mail empfangen werden.
Der Klassiker für Windows und Mac ist Norton Antivirus, welches mit einem Preis von circa 40 Euro in der Mac-Version zu haben ist. Die Virendefinitionen des Programms sind umfassend und beinhalten sowohl Mac-, als auch Windows-Viren. Symantec behauptet, dass es das meistverkaufte Programm für Mac-Systeme sei.
Eine weitere kostenpflichtige Antiviren-Lösung ist avast! antivirus, welches als englischsprachige Mac-Version zu haben ist. Es bietet die Möglichkeit manuell nach Viren zu suchen und überwacht mit einem Hintergrundscanner alle Dateiaktivitäten. Zusätzlich bietet das Programm die Überwachung des E-Mailverkehrs. Wer avast! antivirus für Mac testen möchte kann sich eine 60 tägige Demoversion herunterladen.
Der Mac ist auf keinen Fall immun gegen schädliche Programme aus dem Netz. Wer sich ein wenig mit Mac Virenprogrammen auseinandersetzt, findet den optimalen Schutz ohne die Performance in Mitleidenschaft zu ziehen, denn dies war bisher eines der ausschlaggebenden Kaufargumente für einen Computer von Apple.
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